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Auch 14 Jahre nach der Gründung gilt SoundCloud noch immer als eine wichtige Plattform für neue Künstler*innen. Bisher nutzte der Streaminganbieter dasselbe Auszahlungsmodell wie seine Konkurrenz. Ab dem 01. April soll ein neues Modell eine fairere Vergütung gewährleisten.

Analog zu anderen Streamingdiensten wie Spotify arbeitete Soundcloud bislang mit dem Pro-Rata-Modell. Dabei werden alle Einnahmen der Plattform zusammengerechnet und nach der Anzahl an Streams an die einzelnen Künstler*innen ausgezahlt. Der größte Kritikpunkt an diesem Modell ist, dass die User*innen zwar monatlich den gleichen Betrag zahlen, ihr Streamingverhalten jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Das führt dazu, dass Power-User*innen, die überdurchschnittlich viel auf den Plattformen streamen, einen wesentlich größeren Impact auf die Verteilung der Einnahmen haben, als andere User*innen. Soundcloud stellte kürzlich das neue System Fan-powered Royalties vor. Dieses soll eine fairere Verteilung der Einnahmen erwirken, da nicht die Anzahl einzelner Streams darüber entscheidet, wie hoch die Ausschüttungen an die einzelnen Künstler*innen sind. SoundCloud erklärt die Verteilung auf seiner Webseite wie folgt:

“Wir zahlen Lizenzgebühren basierend darauf, welchen Teil der Zeit eines Fans er jedem Künstler zuhört. Der Gesamtbetrag, den ein Fan für die Künstler generiert, die er hört, basiert auf einigen Faktoren:

1. Wie viel der Fan diesem Künstler im Verhältnis zu seiner gesamten Hörzeit in einem bestimmten Monat zuhört
2. Wie viele Anzeigen hat der Fan konsumiert?
3. Ob der Fan ein kostenpflichtiges Abonnement für SoundCloud Go + hat

Von Fans betriebene Lizenzgebühren kommen unabhängigen Künstlern zugute, deren Fangemeinde sich dem häufigen Hören ihrer Musik widmet. Wenn ein Fan also nur einem Rapper aus Detroit oder einem aufstrebenden Sänger aus Frankreich zuhört, gehen die meisten oder alle Abonnement- oder Werbeeinnahmen genau an diese Künstler.”

Die Idee der nutzerzentrierten Abrechnung ist nicht gänzlich neu. Schon länger fordern Akteure der Musikindustrie und Initiativen wie Fairshare gerechte und transparente Auszahlungsmodelle. Ebenso wirbt der Streaminganbieter Deezer  für user-centric payment. Zwar hat Deezer das Modell noch nicht in die Realität umgesetzt, aber immerhin klärt das Unternehmen User*innen über die Thematik auf. Premium-Nutzer*innen können über ein interaktives Tool herausfinden, welche Artists sie mit ihren Streams nach Umstellung auf das nutzerzentrierte Payment Modell unterstützen würden. Seit kurzem übt sich auch Spotify in Transparenz und informiert über Loud & Clear über die wirtschaftlichen Aspekte des Musikstreamings.

Fan-powered Royalties wird ab dem 01. April 2021 eingeführt. Das neue Modell wird für Künstler*innen über SoundCloud Premier, Repost by SoundCloud & Repost Select verfügbar sein.